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Hate Comments: Was sie wirklich mit einem machen – und wie ich gelernt habe, damit umzugehen

  • Yannick Iannelli
  • 19. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Ich sag’s direkt: Hate Comments sind nicht “nur Worte im Internet”. Und jeder, der sagt „Ach, ignorier das doch, ist doch nicht real“, hat wahrscheinlich noch nie morgens sein Handy entsperrt und als allererstes gelesen:

„Wie siehst du eigentlich aus? “Dein Content ist peinlich.“ „Warum hat der überhaupt Follower?“

Es gibt Tage, da prallen solche Kommentare einfach ab. Und dann gibt es Tage, da trifft dich so ein Satz genau in dem Moment, in dem du sowieso schon müde bist, gestresst bist oder einfach verletzlich. Und plötzlich bleibt er hängen.


Der erste Hate, den ich nie vergessen werde

Ich erinnere mich noch genau an einen meiner ersten richtig fiesen Kommentare. Ich war stolz auf ein Reel, das gut lief — endlich mal etwas, das ich mit Herz gemacht hatte und wo ich dachte: „Yes, das fühlt sich nach Fortschritt an.“

Und dann schreibt jemand: „Du wirkst wie jemand, der verzweifelt Aufmerksamkeit sucht.“

Ich weiß, eigentlich sollte man darüber lachen. Aber an dem Tag habe ich das nicht. Ich habe es dreimal gelesen. Ich habe Freunde gefragt, ob das stimmt. Ich habe sogar überlegt, den ganzen Post wieder zu löschen.

Nicht weil ich diesen Menschen kannte. Sondern weil ein einziger Satz gereicht hat, um meine ganze Stimmung zu drehen.


Warum Menschen überhaupt haten – die ehrliche Wahrheit

Mit der Zeit habe ich verstanden: Hate hat fast nie etwas mit dir zu tun. Wirklich nie.

Die Gründe sind immer ähnlich:

  • Frust: Manche brauchen ein Ventil.

  • Neid: Wenn du etwas machst, was sie sich nicht trauen.

  • Unsicherheit: Ein Angriff auf dich fühlt sich wie Selbstschutz für sie an.

  • Langeweile: Es ist erschreckend, aber viele schreiben Hate aus purer Unterhaltung.

Ich habe aufgehört zu denken „Was stimmt nicht mit mir?“ Und angefangen zu fragen: „Was fehlt dieser Person gerade in ihrem Leben?“

Das ändert nicht, dass es wehtut — aber es nimmt dem Ganzen die Macht.


Das Gefühl, das man nicht zeigt

Keiner redet darüber, aber ich sag’s offen: Auch wenn man Creator ist, auch wenn man stark ist — du spürst diesen kleinen Stich.

Und der macht dich nicht schwach. Er macht dich menschlich.

Ich habe Momente gehabt, in denen ich:

  • das Handy weggelegt habe, weil es zu viel wurde

  • mit einem Freund telefoniert habe, nur um zu hören „Yannick, du machst das gut“

  • mich gefragt habe, ob ich wirklich für diese Öffentlichkeit gemacht bin

Aber was ich noch öfter erlebt habe: ich danach stärker zurückkomme.


Wie ich heute mit Hate Comments umgehe – wirklich, nicht diese Instagram-Floskeln

Ich will nichts schönreden. Aber ich will ehrlich sein darüber, was wirklich hilft:


1. Ich reagiere nicht sofort

Niemals. Wenn ich in dem Moment gekränkt bin, gewinnt die Person. Ich atme, trinke Kaffee, gehe kurz raus — und dann sehe ich den Kommentar mit anderen Augen.


2. Blockieren ist Selbstfürsorge, nicht Schwäche

Früher dachte ich, das ist dramatisch. Heute denke ich: Warum sollte ich jemandem, der mir schadet, Zugang zu meinem Alltag geben?

Block. Fertig. Weiter.


3. Ich erinnere mich an die Menschen, die wirklich zählen

Es gibt Nachrichten von Leuten, die mir schreiben:

„Du hast mich zum Lachen gebracht. „Ich folge dir, weil du real bist.“ Danke für deinen Content.“

Diese Menschen sind das Gegengewicht — und sie sind immer mehr.


4. Ich nehme Hate manchmal mit Humor

Es gab mal einen Kommentar, der meinte: „Du siehst doch gar nicht aus wie ein Influencer.“

Ich hab geantwortet :„Perfekt, dann bin ich wenigstens authentisch.“

Und 200 Leute haben gelacht .Manchmal ist das die beste Art, einen Hater zu entwaffnen.


5. Ich gehe auch mal offline

Einer der wichtigsten Schritte. Wenn ich merke, ich verkrampfe, dann leg ich weg. Ein Spaziergang, ein Abendessen, ein Film – und plötzlich fühlt sich dieser Kommentar winzig an.


Was Hate Comments mich wirklich gelehrt haben

Ich bin dadurch nicht „dickhäutig“ geworden. Ich bin klarer geworden.

Ich weiß jetzt mehr denn je:

  • warum ich Content mache

  • für wen ich Content mache

  • was ich mir selbst wert bin

  • und dass Hate ein Nebengeräusch ist, kein Hauptthema

Ironischerweise haben Hate Comments mich genau dahin gebracht, wo ich heute bin: sicherer, reflektierter, und mit einem dickeren Fundament als früher.


Wenn du selbst Hate bekommst – das musst du dir merken

Du bist nicht empfindlich. Du bist nicht „zu sensibel“. Du bist ein Mensch.

Und kein Mensch sollte sich dafür schämen, verletzt zu sein, wenn jemand ihn grundlos angreift.

Aber du darfst lernen, das Gewicht anders zu verteilen: Mehr Liebe reinlassen, weniger Hate reinlassen. Mehr Fokus auf die Menschen, die dich feiern. Weniger Energie für die, die sich über dich definieren wollen.

Und ganz ehrlich? Wenn jemand die Zeit findet, dich zu haten…Dann hast du schon etwas erreicht, was der nicht hat: Mut, Sichtbarkeit und die Fähigkeit, du selbst zu sein.

 
 
 

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